Schamanismus

Der Schamanismus wurde mir durch meine Kultur und mein Aufwachsen in einer traditionellen Stammesgesellschaft in die Wiege gelegt. Ich sehe mich in der Tradition meiner Ahnenreihe, in der der Schamanismus traditionell vor allem in der weiblichen Linie weitergegeben und gelebt wurde und wird.

Schamanismus ist eine überlieferte Heilkunst, die ganzheitlich Körper und Seele behandelt und mit der Umwelt in Einklang bringt. Schamanische Heiltechniken sind so alt wie die Menschheit selbst. Schon 40 000 alte Höhlenmalereien zeigen schamanische Motive. Der Schamane wirkte in seiner Kultur als Arzt, Priester, Psychologe, Begleiter der Seelen nach dem Tod (Psychopompos Arbeit) und als kulturelles Gedächtnis seines Stammes. Im schamanischen Weltbild ist der Mensch zutiefst spirituell eingebunden in seine Umwelt und die Natur. „Mitakuye Oyasin“, übersetzt „Alles ist mit Allem verbunden“, steht noch heute in der Sprache der Lakota Indianer für genau diese Idee. Es besteht immer ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen, nicht nur zwischen den Menschen untereinander, sondern zwischen allem, was überhaupt existiert. Umweltschutz ist in schamanisch ausgerichteten Gesellschaften daher grundlegend, oder schamanisch ausgedrückt: Mutter Erde muss liebevoll und respektvoll behandelt werden, damit sie ihre Kinder weiterhin nährt.

Im Schamanismus wird der Mensch daher niemals als isolierte Einheit betrachtet, sondern immer in der Gesamtheit seiner Beziehungen, Beziehungen zu sich selbst, seiner Familie, seinen Freunden, der Gesellschaft, in der er lebt, und zu den Ahnen. Alle diese Beziehungen bilden im Idealfall in sich geschlossene Energiesysteme. In diesem Fall ist der Mensch kraftvoll, selbstwirksam und zufrieden. Wenn in diesen Energiekreisen jedoch Störungen auftreten, verliert man an Lebensenergie. Als Schamanin kann ich diese Systeme wieder ins Gleichgewicht bringen:

Versöhnung mit sich selbst, 

Versöhnung mit der Vergangenheit, 

Reinigung der Seele, des Leibes und des Hauses

Versöhnung mit der Familie und den Ahnen durch Vergeben

Das Leben geht vorwärts und nicht rückwärts. Wer in der Vergangenheit lebt, wird depressiv. Wer in der Zukunft lebt, wird panisch. Nur wer im Jetzt und Hier lebt, findet innere Zufriedenheit und kann sein ganzes Potential entfalten.